Freitag, 6. April 2012

Sie stand am küchentisch und starrte ins leere.
Ihre gedanken waren weit weg, in der vergangenheit. In der glücklichen zeit. In der zeit, die sie mit ihm verbracht hatte.


So jung war er, so gutaussehend. Umschmeichelte sie, mit komplimenten und fröhlichkeit, brachte sie zum lachen, mit seiner unbeschwertheit.
Jeden tag stand er vor ihrem haus, schenkte ihr blumen, überhäufte sie mit liebesgedichten und bettelte um ihre aufmerksamkeit.


Und irgendwann wollte sie nicht mehr vernünftig sein........sondern in seiner nähe, für immer und ewig.

Nie würde sie die worte vergessen, die er ihr ins ohr flüsterte, in ihrer ersten gemeinsamen nacht. „Ich werde dich lieben, aber ich werde dir auch irgendwann das herz brechen.“


"Nein, mein liebster", flüsterte sie, "ich breche dir deines."

Sie griff nach dem weissen gefäß, dass vor ihr stand und ihre heissen tränen fielen auf sein tiefgefrorenes herz, während sie es in tausend stücke zerbrach.

Donnerstag, 16. Februar 2012

kitzekleine nonsense geschichte

Er steht an meiner gartentür. Braungebrannt ist er, durchtrainiert, dreitagesbart, wie aus nem filmbilderbuch. Lächelnd geh ich auf ihn zu, will fragen, ob er wen sucht.
Stattdessen kreisch ich.... hey, hast du´n schuss…… er pinkelt seelenruhig weiter an meinen zaun.
Ich markiere....erwidert er.
Verständnislos guck ich ihn an.
Du gehörst mir....sagt er.
Omg, der ist aber durchgeknallt.
Irgendwie tut er mir leid.
Magst´n bier....frag ich.
Er packt seinen pimmel zurück in die hose und springt über den zaun.
Klar, bier ist o.k.....meint er.....schau das ab jetzt immer eins da ist.
Ich nicke artig und wir gehen miteinander ins haus.

Mittwoch, 25. Januar 2012

gute nacht geschichte

Da stand er wieder, an ihrem gartenzaun. 
Sie konnte nur seine umrisse erkennen, nicht sein gesicht. 
Seit vielen monaten war er nun da, jede nacht.
Nie war ihr auch nur der gedanke gekommen ihn anzusprechen, auf ihn zuzugehen. Nie hatte sie ein gefühl der angst verspürt.
Vor dem zu bett gehen, ging sie immer in den garten, um ihm gute nacht zu sagen. Nicht mit worten, die brauchten sie nicht, um einander zu verstehen.
Jeden abend nickten sie sich zu. Sie fühlte sich beschützt.
Denn er war da......und das war gut so.

Freitag, 6. Januar 2012

mini..mini..märchen ---- der vergessene feiertag

Warum ist es denn so ruhig heute, frage ich und gucke gähnend aus dem fenster.
Alle sind tot, piepst die maus. Eine schreckliche seuche hat die menschheit dahingerafft, während du geschlafen hast.
Ach, halt die klappe, sagt der kater und frisst die maus, es ist nur feiertag und alle schafen noch.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

ein kleines hexenmärchen

Ich sitze an meinem schreibtisch und hämmere auf meine laptoptastatur. da bewegt sie sich, ganz langsam geht sie auf, die zimmertür. Und ein grosser grauer katzenkopf guckt mir ins gesicht.
Hy, sag ich. das katzentier guckt weiter. männlich, oder weiblich, frag ich, tu mir dann leichter mit der anrede.
Männlich, knurrt er.
Kommen sie rein,herr kater……wollen sie einen kleinen imbiss zu sich nehmen.
Gern, aber nur wenn der herr hund nicht da ist, antwortet er.
Der arme herr hund ist tot, sag ich, und fange an zu weinen.
Nicht weinen, sagt der kater und schiebt sich zur gänze durch den türspalt.
Ich ertrag es nicht, wenn schöne frauen weinen.
Oh, sie sind ein charmeur, schluchze ich.
Er springt auf meinen schoss und leckt die tränen von meinem gesicht.
Das find ich nun ein wenig ekelig. Aber ich lass ihn machen, will ihn ja nicht beleidigen.
So sitzen wir beide nun da, ich erzähl ihm vom herrn hund und er mir von seinen abenteuern…..und wenn wir nicht eingeschlafen sind, dann reden wir noch immer.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

ungelebte leben

Ich mache mir gedanken, den ganzen lieben tag
Gedanken über ereignisse des vorangegangenen tages, und gedanken, über das was noch kommen wird. Ich grüble über dialoge nach, die ich geführt habe und über noch kommende. Formuliere sowohl bereits gesagtes um, und forme neue gespräche, um gerüstet zu sein, für alles was da kommen könnte.
Sorgen um andere erfüllen meinen geist und quälen mich. Hab ich richtig gehandelt, werde ich alles richtige machen. Muss ich rücksicht nehmen, oder darf ich egoistisch sein.
Ich denke an das, was kommen wird und male es mir aus, in den buntesten farben und gleichzeitg schwarz, um im notfall nicht enttäuscht zu sein.
Im kopf gründe ich firmen, jeden tag neu, verteile vermögen, dass es nie geben wird, schreibe bücher und erobere damit bestsellerlisten auf der ganzen welt, ich reise zu talkshows und führe souveräne konversationen mit journalisten, die mir die tür einrennen.
Als fahrende hexe ziehe ich durch die lande, in einem anderen gedankentraum.Ich helfe menschen, die sich vor schmerzen winden, erlöse sie von kummer und leid, geb ihnen kräuter mit, salben und tränke. Die menschen lieben mich, und meine kasse ist immer voll. Und weiter springen meine gedanken.
Auf der strasse schlag ich mir die nächte um die ohren, suche meine schützlinge auf, um nach dem rechten zu sehen und ihnen ins gewissen zu reden.
Bin ihr vertrauter und bester zuhörer. Ihre anlaufstelle, sind sie doch ausgestossene in unserer menschen zerstörenden welt.
So geht das, jeden tag, jede stunde, jede minute….. und nie werden sie mir langweilig, meine unzähligen, ungelebten leben


Donnerstag, 17. November 2011

davonlaufen

Davonlaufen,
das wäre es jetzt
nicht die verantwortung übernehmen
müssen
die augen zu, die ohren dicht
und aus dem mund
tönt ein belangloses lied

doch mein gewissen
würde die augen gewaltsam
mir öffnen
in die ohren mir
brüllen
und ich würde schreien
statt  singen